
DEUTSCHES SYMPHONIE-ORCHESTER BERLIN
MI 02.04, 20.00 Uhr
Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin
Location: Philharmonie
Eintritt: 45/40/35/30/22/16 euro
Tickets: Kartenbüro des Deutschen Symphonieorchesters Berlin, Charlottenstraße 56, 10117 Berlin, Mo-Fr 9-18 Uhr, tickets@dso-berlin.de, 030-20298711
Veranstalter: Deutsches Symphonie Orchester Berlin (www.dso-berlin.de)
Saraste dirigiert Sibelius, Debussy und Saariaho (DEA)
Am 2. und 3. April 2008 wird sich auch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit einem finnisch-französischen Gipfeltreffen dem HelsinKissBerlin-Festival beteiligen. Der finnische Dirigent Jukka-Pekka Saraste leitet ein Programm, in dem finnische Naturerfahrung und französische Musikauffassung aufeinander treffen und ihre Gemeinsamkeiten entdecken: Im Erlebnis der Farben, im Klang des Lichts.
Es beginnt mit der 6. Symphonie des großen musikalischen Landschaftsmalers Jean Sibelius. Vielleicht sein Meisterwerk, und doch zu selten gespielt. Sie ist gekennzeichnet durch eine klare, durchscheinende Helligkeit und erinnerte Sibelius selbst »an den Geruch des ersten Schnees«. Auch seine symphonische Dichtung ›Luonnotar‹ ist der Natur gewidmet, genauer: der gleichnamigen Göttin der Lüfte, die die Welt erschuf. Der Text entstammt dem finnischen Nationalepos ›Kalevala‹.
Dass das Überwältigtsein durch die Natur nicht nur den nordischen Komponisten inspirierte, zeigt das Beispiel des Franzosen Claude Debussy, der seine Eindrücke beim Betrachten des Meeres zu den drei sinfonischen Skizzen von ›La Mer‹ verarbeitete. Sie sind überschrieben: ›Morgengrauen bis Mittag auf dem Meer‹, ›Spiel der Wellen‹ und ›Dialog zwischen Wind und Meer‹. Die französische und die finnische Tradition verbindet sich schließlich in der Person der Komponistin Kaija Saariaho. In Helsinki geboren, lebt sie seit über 20 Jahren in Paris. Sie schöpft aus der Kombination von nordischer Landschaftsweite und großstädtischer Modernität, verschmilzt dabei vokale, instrumentale und elektronische Elemente zu einer facetten- und ungeheuer farbenreichen Klangsprache. Die Künstlergruppe ›Korvat auki!‹ (Ohren auf), die als avantgardistisches Sprachrohr der zeitgenössischen Musik Finnlands gilt, hat sie mitbegründet. Ebenfalls diesem Zirkel zuzurechnen sind die beiden Solisten des Abends, die schon seit vielen Jahren eng mit der Komponistin zusammenarbeiten. Mit dem Cellisten Anssi Karttunen entwickelte sie in langjähriger Kooperation eine besondere Spieltechnik der Streichinstrumente und schrieb all ihre Cellowerke für den Spezialisten für Neue Musik. Die Sopranistin Karita Mattilla ist nicht nur an den großen Opernhäusern der Welt gefragt, sondern auch Interpretin und Widmungsträgerin mehrerer Kompositionen
Saariahos.
Zusammen mit dem Deutschen Symphonie-Orchester und unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste werden sie die Deutsche Erstaufführung von ›Mirage‹ bestreiten, einer Auftragskomposition, die Kaija Saariaho für das DSO, das Orchestre de Paris und das BBC Symphony Orchestra geschrieben hat. Die ›dramatische Arie für Sopran, Violoncello und Orchester‹ basiert auf einem Gedicht der jung verstorbenen, schwedisch-finnischen Autorin Edith Södergran, die nicht nur vom deutschen Expressionismus und russischen Futurismus beeinflusst worden war, sondern vor allem vom französischen Symbolismus. Mit Kaija Saariahos Komposition schließt sich hier in Berlin der europäische Kreis, der Frankreich und Finnland gleichsam umfasst und ein hochspannendes und erstrangig besetztes Konzerterlebnis verheißt.
Jukka-Pekka Saraste | Karita Mattila Sopran | Anssi Karttunen Cello
Jean Sibelius Symphonie Nr. 6 d-Moll
Kaija Saariaho ›Mirage‹ für Sopran, Violoncello und Orchester (DEA)*
Jean Sibelius ›Luonnotar‹
Claude Debussy ›La Mer‹
*Auftragswerk des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin
jeweils 18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber